Was sind Lavalampen?

Die Lavalampe ist eine flaschenartige Lampe, welche zwei Flüssigkeiten anleuchtet, die in Betriebstemperatur Lava-artige Formen annehmen und sich mit einer ähnlichen Viskosität bewegen. unter dem ein Leuchtmittel angebracht ist. Die beiden Flüssigkeiten können sich nicht miteinander verbinden, eine davon bildet bei erhöhter Temperatur blasenartige Kugeln, die Magma und Lava ähneln.

Verbreitet sind z. B. Kombinationen aus wasserabweisendem Wachs oder Öl mit lösslichen Alkoholen, ggf. zur Erhöhung der Dichte mit Wasser und Salzen gemischt. Durch Hinzugabe von Farbstoffen ergibt sich im Betrieb die namensgebende Lava- oder Magma-Anmutung.

Über die Glühlampe wird der Gefäßinhalt sowohl beleuchtet als auch erwärmt: Das Wachs schmilzt. Das unterhaltsame Auf- und Absteigen des einen wachs-artigen Stoffes liegt in seiner größeren Wärmeausdehnung begründet. Durch die Erwärmung verringert sich seine Dichte stärker als die der anderen Flüssigkeit, aufgrund des Auftriebes steigt der Stoff in Form von großen Blasen im Gefäß auf. Die Abkühlung im oberen Teil des Gefäßes kehrt den Effekt um, die Flüssigkeit sinkt wieder ab und der Kreislauf beginnt von neuem.

Die in einigen Lavalampen verwendeten Substanzen sind gesundheitsschädlich, eine defekte Lavalampe sollte deshalb fachgerecht entsorgt werden.

Mathmos Lavalampen

Mathmos Lampen sind die Klassiker unter den Lavalampen. Die Firma, gegründet von Cressida Granger Ende der Achtziger-Jahre stellt hochwertige Lavalampen her, für die im Gegensatz zu vielen sonstigen günstigeren Lampen und Asien-Importen auch Ersatzteile wie Ersatzflüssigkeit her.

Solange man sich an die Benutzungshinweise beachtet, kann man viele Jahre Spass an Mathmos-Lavalampen haben, so dass bald bestimmt einige Lavalampen dieser Marke an die erste Kindergeneration übergeben werden kann.

Ende der 1980er stellte Cressida Granger, die auf ihrem Londoner Flohmarktstand auch gebrauchte Lavalampen verkaufte, fest, dass die Nachfrage bei einer neuen Kundengeneration stetig stieg. Zunächst nahm sie Kontakt mit der Firma Crestworth auf, um den Nachschub für ihren Stand zu sichern. Doch schon bald erkannte sie die kommende Retro-Welle. Statt wie zuerst geplant ein Filialgeschäft zu eröffnen, kam es zu einem Treffen mit dem „Vater der Lavalampe“, bei dem Craven Walker ein lukratives Angebot für Granger und ihren Geschäftspartner David Mulley hatte: Er bot den beiden 20 Prozent seiner Firma an, um sie wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Im Erfolgsfall sollten die jeweiligen Teilhaberschaften dann getauscht werden, so dass Granger und Mulley Haupteigner des Unternehmens würden. Nach der Übernahme änderte Granger den Firmennamen im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen in Mathmos, der Name des lavaartig blubbernden See des absoluten Bösen aus dem 70er Jahre Kultfilm-Klassiker „Barbarella“.

Güstige Lampen

Gerade als Geschenk kann eine teure Lavalampe nicht die ideale Investition sein. Wenn es noch nicht sicher ist, ob das Geburtstagskind Lavalampen überhaupt mag, empfehle ich erst den Kauf eine günstigeren Lavalampe.

GS CS SiegelTrotzdem sollte darauf geachtet werden, dass die Lavalampe ein zwei Siegel trägt: Die CE-Kennzeichnung sichert die Produktsicherheit nach EU-Recht, das GS-Siegel (für Geprüfte Sicherheit) ist der deutsche Pendant hierzu und wird vom TÜV sowie VDE vergeben. Wichtig: Es wird nur die Produktsicherheit, nicht aber die weiteren Aspekte der Lavalampe getestet. Im schlimmsten Fall kann die Elektrik nicht abgesichert sein, Brandfälle durch Überhitzung sind möglich, sowie die Rezeptur der Flüssigkeit und Wachsmasse kann potentiell giftig sein.

Ein grosser Nachteil vieler günstiger „No-Name“ Lavalampen sind die fehlenden Ersatzteile. Fü Mathmos-Lavalampen gibt es Ersatzflüssigkeit und Ersatzbirnen, bei Baumarkt Lavalampen habe ich noch kein Zubehör gesehen.

Obwohl es schon einen Toten bei einer Lavalampen-Explosion gegeben hat, bin ich der Meinung, dass bei ordnungsgemässer Nutzung einer funktionstüchtigen Lampe kein solches Schicksal zu befürchten ist.

Lavalampen Flüssigkeit

Die Flüssigkeit in Lavalampen ist nicht unbegrenzt haltbar. Durch falsche Anwendung, langer Lagerung oder Lichteinfluss kann sie sich verändern und ausbleichen. Die beiden bekanntesten Phänomene in diesem Zusammenhang ist das Ausbleichen der farbigen Lavalampen-Flüssigkeit nach langer Einlagerung oder dem langanhaltendem Betrieb, sowie die kleine Blasenbildung der Wachsmasse.

Dies kann vermieden werden, indem man die Lampenflüssigkeit immer ruhig lagert, in erkaltetem Zustand nicht schüttelt (also Vorsicht beim Transport) und nicht dem direkten Licht aussetzt. Eine Lagerung sollte immer im Verpackungskarton stattfinden.

Ersatzflüssigkeit

Besitzer von Mathmos-Lavalampen können sich freuen: Für ihre Lavalampen gibt es Ersatzflüssigkeit, die unten auf dieser Seite bestellt werden kann. Diese Ersatzflaschen enthalten nicht nur die Flüssigkeit selber, sondern auch die Wachsmasse, die ebenfalls geschädigt werden kann. Die Flaschen unterscheiden sich nach der Mathmos-Lavalampe: Für die normale Mathmos-Lavalampe gibt es die Ersatzflasche ASTRO in der jeweiligen Farbe. Für die Mathmos TELSTAR und ASTRO BABY gibt es kleiner Flaschen, die ebenfalls unten bestellt werden kann. Wichtig: Die alte Glasflasche gehört nicht in den Hausmüll, sondern aufgrund seiner Inhaltsstoffe in den Sondermüll!

Die Geschichte der Lavalampe

Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten der unterschiedlichen räumlichen Wärmeausdehnung verschiedener Stoffe, welche der Funktion der Lavalampe zugrunde liegt, sind bereits seit langem bekannt und bilden eines der Phänomene, die immer wieder neu entdeckt oder experimentell erkundet werden. Als Beispiel dafür soll ein Auszug aus einem Buch dienen, das inzwischen über 100 Jahre alt ist:

„Außerdem beschrieb C. R. Darling ein Experiment, bei dem ein mit Wasser gefülltes Gefäß, das von unten auf etwa 80°C geheizt wird, benutzt wurde und in das Anilin geschüttet wurde. Bei einer Temperatur um 63°C hat Anilin dasselbe spezifische Gewicht wie Wasser. Mit zunehmender Erwärmung dehnt es sich stärker aus als Wasser und ist leichter je heißer bzw. schwerer je kälter es ist. Das Anilin, das sich bald als große Blase an der Oberfläche sammelt, kühlt ab und die Blase sinkt zum Boden des Gefäßes, wo sie sich wieder erwärmt. Bald darauf bilden sich dort neue Blasen die an die Oberfläche steigen. Dieser Prozess setzt sich, bei gleichbleibenden Bedingungen, unendlich fort. Es ist interessant die sich in immer neuen Formationen ablösenden Blasen zu beobachten.”

Irgendwann um die Zeit des Zweiten Weltkriegs soll der Engländer Donald Dunnet versucht haben mit Hilfe des beschriebenen Prinzips eine innovative Eieruhr zu entwickeln. Ob diese Haushaltshilfe jemals vollendet wurde, ist nicht überliefert. Doch es gilt als gesichert, dass ein von Dunnet entworfener Vorläufer der Lavalampe als Blickfang seinen Weg in den Queen’s Head Pub in New Forest, England fand.

Etwa um das Jahr 1950 entdeckte der in Singapur geborene Brite Edward Craven Walker in eben diesem Pub eine faszinierende Lampe, in der sich eine von zwei darin enthaltenen Flüssigkeiten in stetiger Bewegung befand. Walker nahm sich der Idee an, um daraus eine Version nach seinen eigenen Vorstellungen zu entwickeln. Sicher ist, dass Walker 1963, nach Jahren der Entwicklungsarbeit, zum Vertrieb der inzwischen auf den Namen „Astro Lamp“ getauften Lavalampe die Firma Crestworth Trading Limited gründete. Der Name Crestworth lässt sich übrigens in etwa mit „ruhmeswert“ oder „auszeichnungswürdig“ übersetzen. Das renommierte Londoner Warenhaus Harrods hatte jedoch kein Interesse an dem innovativen Produkt.

Kultobjekt

In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren wurde die Lavalampe endgültig bekannt. Seitdem ist sie ein Kultobjekt. Zu Beginn der 1980er Jahre erlebte die Lavalampe jedoch eine regelrechte Depression. Die Verkaufszahlen waren weltweit stark rückläufig. In der Folge ging die erst kürzlich umbenannte amerikanische Firma Lava-Simplex International in den Besitz von Haggerty Enterprises über. In den späten 1980er Jahren war die Crestworth Trading Ltd. auf die Größe eines Familienunternehmens geschrumpft. Gegenüber der millionenstarken Produktionszahlen der 1970er nahm sich die Produktion von wenigen zehntausend Lampen pro Jahr bescheiden aus. Die Lavalampe der New Age Generation war unter dem Produktnamen The Wave bekannt und wurde in den USA ebenfalls von einem Unternehmen der Haggerty Enterprises vertrieben.

Mitte der 1990er war die Lavalampe auch in den USA wieder so gefragt wie zu ihrer Blütezeit. Haggerty Enterprises gründete die Tochtergesellschaft Lava World International. Mathmos fügte der Produktserie im Jahr 2000 mit der „Fluidium“ ein neues Modell für das neue Jahrtausend hinzu, doch auch damit ließ sich das kommende Ende des Retro-Trends nicht mehr aufhalten. Inzwischen waren auch Magmaleuchten aus Fernost auf dem Vormarsch und überfluteten weltweit den Markt.

Die beiden großen Patentinhaber, Mathmos und Lavaworld, haben den Markt mehr oder weniger untereinander aufgeteilt. Besonders Lavaworld ist bemüht, den Markt immer wieder neu zu beleben, so bieten sie unter anderem regelmäßig besonders bei Sammlern heiß begehrte, weil meist limitierte, Sonderauflagen an. Aber auch Drittanbieter finden noch ihre Absatzmärkte.

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